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Ich plane mein Beet: Wie wähle ich die richtigen Pflanzen für meinen Garten aus?

von Julia, 27.08.2018

Ihr möchtet euch ein Beet anlegen oder ein bestehendes verschönern und wisst gar nicht wo ihr anfangen sollt?

Die Planung ist der erste große Schritt, den man nicht unterschätzen sollte, denn einen Garten legt man nicht nur für das nächste Jahr an, sondern im besten Fall erfreut man sich an ihm langfristig, über mehrere Jahre oder auch sein Leben lang.

Mehrjährige Pflanzen, wie z.B. Stauden, können hierbei die richtige Wahl sein.

Warum ein Garten eine langfristige Investition ist, zeigt das Rechenbeispiel:

Wenn wir davon ausgehen, dass eine Staude ca. 3 € kostet und einen Pflanzabstand von 30 cm hat, benötigen wir bei einem 4 qm – Beet, bereits 44 Pflanzen, 44 Stauden á 3 €, ergibt insgesamt 133,00 €. Pflanzen sind lebende Produkte, dass hierbei immer ein paar nicht überleben, durch z.B. einen harten Winter, Schädlinge, Wasserzufuhr, ist quasi normal. Das Beispiel zeigt, wie teuer so ein Garten werden kann, umso unverständlicher eigentlich, dass wir alle unüberlegte Spontankäufe in der Gärtnerei machen.

Um das Risiko der Fehlkäufe zu reduzieren, müssen einige Aspekte beachten werden.

Viele Kriterien spielen hierbei eine Rolle, wie die Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlung, Niederschlagsmenge, Temperaturen im Winter, die persönliche Zeit für Pflege und die Nutzer des Gartens (Haustiere oder Kinder = keine giftigen Pflanzen). Und dies sind nur ein paar Aspekte, die Liste könnte man noch erweitern.

Für einen Garten, den man langfristig bepflanzen möchte, sollte man mehrjährige Pflanzen wählen, die winterhart sind. Einjährige Pflanzen überzeugen oft durch ihre lange Blütephase und tollen Blüten, jedoch möchte man ja nicht jedes Jahr den Garten neu bepflanzen. Deswegen ist es zeit- und kostensparender winterharte und mehrjährige Pflanzen auszuwählen, von denen ihr lange etwas habt:

Die wichtigsten Steps bei der Pflanzenwahl haben wir für euch zusammengefasst:
  1. Boden bestimmen
  2. Standort (Sonneneinstrahlung) bestimmen
  3. Wie viel Zeit für Pflege habe ich?
  4. Wer sind die Nutzer des Gartens?


1. Den Boden bestimmen

Beginnen wir mit dem Boden. Der Boden ist mit das wichtigste für die Pflanze. Wir konzentrieren uns hier auf die Bodenbeschaffenheit. Es gibt grob gesagt die Einteilung:

Die Aufteilung zeigt also, dass die Bodenart auch mit der Bodenfeuchte zusammenhängt:

Um es für euch einfach zu halten orientieren wir uns an der Bodenfeuchte, die auch Aufschluss über die Bodenart gibt. Wie findet ihr die Bodenfeuchte und somit Bodenart heraus?

Das Video zeigt euch, wie ihr es mit einem einfachen Trick ganz schnell testen könnt.

Bodenfeuchte-Test:

  1. Grabe an der Stelle, wo du pflanzen möchtest, ein spatentiefes Loch und entnehme eine Handvoll Erde.
  2. Mische den Boden mit etwas Wasser
  3. und versuche mit den Händen eine Rolle zu formen.

2. Den Standort (Sonneneinstrahlung) bestimmen

Wie findest du deinen Standort heraus?

Die Lage bzw. Ausrichtung des Gartens in Bezug auf die Himmelsrichtung gibt ersten Aufschluss über den Standort.

Grob! orientieren kann man sich an der Ausrichtung des Gartens:

Aber ganz so einfach ist das nicht, denn Bäume, Mauern und Nachbarshäuser können auch in Südlagen zu schattigen Standorten führen. Wer wirklich sicher gehen will, sollte genau beobachten, wie lange und wann die Sonne auf das Beet scheint.

Die u.s. Regeln helfen bei der Bestimmung:

Hier erklären wir dir, was genau sonnig, halbschattig und schattig heißt:

Sonnig: Sonnige Standorte sind meist offene, sonnige Bereiche im Garten, die außerhalb von schattigen Bäumen, Sträuchern oder Gebäuden liegen. Sonnige Lagen bekommen normalerweise mehr als 6 Stunden Sonne oder die volle Mittags- und Nachmittagssonne ab.

Halbschattig: Halbschattige Lagen werden meist nur zu einem Teil des Tages besonnt, z.B. durch Morgen- oder Abendsonne, während es für den Rest des Tages eher schattig ist. Hierzu zählen z.B. Lagen an der Ost- oder Westseite einer Mauer. Eine Stunde Sonne am Morgen reicht jedoch nicht für einen Halbschattigen Standort aus, um die 4 Stunden Sonne sollte dieser Bereich schon haben, jedoch nicht die heiße Mittags- oder Nachmittagssonne.

Schattig: Schattige Standorte sind Flächen unter Bäumen, nahe hoher Mauern, meist an Nordseiten von Gebäuden. Hierbei handelt es sich um sehr lichtarme Bereiche, die meist weit unter 4 Stunden Sonne abbekommen.

Tipp: Wenn man sich nicht ganz sicher ist, ist es im Zweifel besser eine sonnige Pflanze in den Halbschatten zu stellen, die im Zweifel etwas weniger blüht und sich langsamer entwickelt, als andersherum, sprich eine schattige Pflanze in die Mittagssonne zu stellen, denn diese würde verbrennen und eingehen.


3. Zeit für Pflege

Neben dem Standort sollte man sich auch darüber im Klaren sein, wie viel persönliche Zeit man für die Gartenpflege aufbringen kann. Denn es bringt nichts sich einen aufwendigen Rosengarten anzulegen, für den man nur 1 Mal im Monat Zeit für die Pflege hat.

In dem Zusammenhang möchten wir aber auch nochmal betonen, dass ein Staudenbeet nicht gleich heißt, dass man wahnsinnig viel Zeit investieren muss. Es gibt auch Pflanzen, die sehr wenig Pflege benötigen. Das vermeintlich einfachste in der heutigen Zeit ist erstmal Wiese und Beton. Jeder aber, der sich um eine Rasenfläche kümmern muss, weiß, dass eine Golfwiese wahnsinnig aufwendig ist: Vom wöchentlichen Mähen, über Unkraut zupfen, vertikutieren bis hin zum Düngen. Da kann ein Staudenbeet weitaus weniger Aufwand darstellen.

Demnach sollte man sich vor dem Kauf einer Pflanze über die Pflegeschritte im Klaren sein.


4. Nutzer des Gartens

Last but not least: Seid euch darüber im Klaren, wer die Hauptnutzer des Gartens sind.

Habt ihr Kinder, die regelmäßig im Garten spielen oder Haustiere, wie Hunde?

Dann denkt an die Giftigkeit von Pflanzen! Sehr viele Pflanzen sind giftig, insbesondere verlockende Schönheiten wie Fingerhut, Rittersporn und Maiglöckchen.

Das heißt aber nicht, dass man diese Pflanzen auf keinen Fall im Garten haben sollte. Ich erinnere mich noch an meine Kindheit: Bei Oma gab es Fingerhut im Garten, der wunderschön war. Uns wurde tausende Male gesagt, dass wir uns ja fernhalten sollten und dieser hochgiftig ist. Und wenn wir ihn aus Versehen berühren, dann sofort die Hände waschen. Das hat bei uns funktioniert und meine Oma musste nicht auf ihren wunderschönen Fingerhut verzichten. Aber klar die Gefahr war da und entspannter wäre es vermutlich ohne giftige Pflanzen gewesen. Am besten stellt man sich auch die Frage, wie oft sind Kinder oder Tiere in dem Garten?


Wenn ihr diese 4 Steps beachtet, könnt ihr euer Risiko der Fehlkäufe vermindern. Es sei aber auch gesagt, dass Pflanzen lebende Produkte sind, bei dem einen funktioniert es eben mit der Pflanze und dem Standort, und bei dem anderen nicht. Gärtnern ist selbst für erfahrene Hobbygärtner oft ein Ausprobieren und ständiges Entwickeln. Den optimalen Garten erreicht man nicht über Nacht.

Noch ein Tipp zu guter Letzt: Profis orientieren sich oft an der Umgebung. Was wächst in dem Garten bereits gut? Unkraut gibt auch oft Aufschluss über den Boden. Es lohnt sich auch ein Blick zum Nachbarn, was finden wir dort im Garten und was funktioniert gut?

Und jetzt seid ihr dran: Bestimmt die 4 Steps, durchlauft unser Quiz und erfahrt, welches Beet und Pflanzen zu euch und eurem Lebensstil passen!

Hier geht’s zum Quiz!

Viel Spaß dabei!

Eure Julia

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